Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal: Kosten steigen deutlich, Eröffnung für 2032 geplant

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Leuchtturmprojekt der Kulturpolitik soll schrittweise realisiert werden – Rat entscheidet über weitere Umsetzung

Das geplante Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal wird erheblich teurer als ursprünglich vorgesehen. Nach aktuellen Berechnungen des Gebäudemanagements der Stadt belaufen sich die Gesamtkosten inzwischen auf 161,2 Millionen Euro. Damit hat sich das Volumen seit den ersten Kalkulationen im Jahr 2018, die noch von rund 60 Millionen Euro ausgingen, nahezu verdreifacht. Die Eröffnung des Zentrums wird derzeit für das Jahr 2032 angestrebt.

Aufteilung der Kosten: Sanierung und Neubau

Die neue Gesamtsumme setzt sich aus zwei zentralen Bestandteilen zusammen: Für die Modernisierung und Sanierung des denkmalgeschützten Schauspielhauses sowie des Sopp’schen Pavillons werden 97,9 Millionen Euro veranschlagt. Der geplante Neubau nach Entwürfen des New Yorker Architekturbüros Diller Scofidio + Renfro schlägt mit weiteren 63,4 Millionen Euro zu Buche. Während die Kosten für den Altbau mittlerweile detailliert berechnet sind, beruhen die Angaben zum Neubau noch auf belastbaren Schätzungen.

Sicherung der Fördermittel und Finanzierung

Die Stadt hat die notwendigen Antrags- und Bauunterlagen für den Altbau fristgerecht beim Bund eingereicht. Dieses Vorgehen folgt einem abgestimmten Verfahren, das Alt- und Neubau zunächst getrennt behandelt. Ziel ist es, die zugesagten Bundesmittel in Höhe von 37,2 Millionen Euro abzusichern. Ergänzt werden diese durch 12,5 Millionen Euro aus Landesmitteln Nordrhein-Westfalens.

Zur Finanzierung des städtischen Anteils sind Kreditmittel in Höhe von 48,2 Millionen Euro sowie Zuschüsse von insgesamt 49,7 Millionen Euro vorgesehen. Diese Ansätze sollen in den Wirtschaftsplan 2026 des Gebäudemanagements aufgenommen werden, der Bestandteil des Haushaltsentwurfs ist. Über diesen wird der Rat in den kommenden Monaten beraten.

Weitere Entscheidungen ab 2026

Die nun eingereichten Unterlagen gelten als Voraussetzung, um das Gesamtprojekt ab 2026 weiterzuentwickeln. Dazu zählen unter anderem Wirtschaftspläne, Finanzierungskonzepte, die künftige Betriebsstruktur sowie noch ausstehende vertragliche Regelungen zwischen Stadt und Pina Bausch Foundation. Erst mit der endgültigen Zustimmung des Rates, die vor oder kurz nach der Sommerpause 2026 erwartet wird, kann das Projekt verbindlich umgesetzt werden.

Geplanter Zeitablauf bis zur Eröffnung

Nach dem aktuellen Zeitplan soll 2026 der Förderantrag für das Gesamtprojekt gestellt werden. Der Bauantrag ist für Mitte 2027 vorgesehen, parallel dazu soll die Ausführungsplanung erfolgen. Ab 2028 sind Rückbauarbeiten und Baubeginn geplant, die Gestaltung der Außenanlagen ab 2030. Die erste Aufführung im neuen Zentrum ist für das Jahr 2032 vorgesehen.

Einsparungen und gestrichene Elemente

Um die Kostenentwicklung zu begrenzen, wurden mehrere Einsparungen vorgenommen. Dazu zählen Vereinfachungen an der Fassadenkonstruktion des Neubaus sowie der Verzicht auf einen Tunnel zum Sopp’schen Pavillon, eine zusätzliche Personenaufzugsanlage und eine fahrbare Überdachung des Performance-Hofs. Auch eine ursprünglich geplante Konstruktion über der Wupper wurde aus Kostengründen gestrichen. Im Schauspielhaus sollen zudem bestehende Fassaden teilweise erhalten und Aufzugsanlagen sparsamer erweitert werden.

Gründe für die Kostensteigerungen

Die deutlichen Mehrkosten, insbesondere im Bestand, werden mit mehreren Faktoren begründet. Dazu gehören die notwendige Erneuerung der Bühnentechnik, umfangreiche Maßnahmen zur Barrierefreiheit sowie erstmals präzise Kostenberechnungen anstelle früherer Hochrechnungen. Zusätzlich wurden ein jährlicher Kostenindex von 3,5 Prozent sowie ein Risikopuffer für unvorhersehbare Ereignisse berücksichtigt.

Erschwerend wirkten sich zudem Verzögerungen durch Starkregenereignisse, die Pandemie und ausbleibende Zusagen des Bundes zu Betriebskosten aus. Hinzu kommen allgemeine Entwicklungen wie Fachkräftemangel, Materialengpässe sowie stark gestiegene Bau- und Energiekosten. Der Sanierungsbedarf des denkmalgeschützten Baus aus den 1960er Jahren ist dabei besonders hoch.

Architektonisches Konzept und kulturelle Bedeutung

Trotz der finanziellen Herausforderungen präsentierte das Gebäudemanagement aktuelle Visualisierungen des Projekts. Diese zeigen einen offenen, lichtdurchfluteten Neubau mit großzügigen Glasflächen und Aufenthaltsbereichen mit Blick auf die Wupper. Parallel dazu verwiesen die Verantwortlichen auf die kulturelle Bedeutung des Projekts, das an das Werk und Wirken der Choreografin Pina Bausch erinnern und zugleich ein internationales Zentrum für Tanz und Performance werden soll.

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