Nachbarschaftsfest soll künftig breiter getragen werden
Wuppertal. Das traditionsreiche Ölbergfest wird im Jahr 2026 nicht stattfinden. Der veranstaltende Verein Ölberg Fest & Kultur hat entschieden, die turnusmäßigen Vorbereitungen auszusetzen. Stattdessen soll zunächst ein umfassender Austausch mit der Nachbarschaft erfolgen, um die Zukunft des Festes grundsätzlich zu klären und organisatorisch neu aufzustellen.
Das Ölbergfest findet seit 2005 im Zweijahresrhythmus statt und hat sich von einer kleinen Nachbarschaftsinitiative zu einem der größten Stadtteilfeste in Deutschland entwickelt. Zehntausende Besucher aus Wuppertal und darüber hinaus kommen regelmäßig auf den Ölberg. Für 2026 wäre turnusgemäß die nächste Ausgabe vorgesehen gewesen, doch die Planungen wurden bewusst noch nicht aufgenommen.
Hintergrund der Entscheidung ist der wachsende organisatorische Aufwand. Die Vorbereitung des Festes bindet zunehmend Zeit und Ressourcen, während gleichzeitig ehrenamtliche Unterstützung zurückgegangen ist. Hinzu kommen deutlich gestiegene Produktionskosten sowie verschärfte behördliche Auflagen. Der Verein sieht darin eine strukturelle Belastung, die langfristig nicht von einem kleinen Organisationsteam getragen werden kann.
Zudem gibt es innerhalb der Nachbarschaft unterschiedliche Sichtweisen auf das Fest. Während viele das Ölbergfest als wichtigen kulturellen und sozialen Treffpunkt schätzen, äußert ein kleiner Teil der Anwohner grundsätzliche Kritik. Diese Spannungen haben die Verantwortlichen zum Anlass genommen, die aktuelle Situation als Chance für einen Neuanfang zu begreifen.
Ziel ist es, das Fest künftig stärker in der Nachbarschaft zu verankern und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. In diesem Zusammenhang soll offen diskutiert werden, ob und in welcher Form das Ölbergfest weiterhin gewünscht ist. Auch die bekannten Begleiterscheinungen wie Parkeinschränkungen, Lärmbelastung, Müll oder wildes Urinieren sollen dabei thematisiert und gemeinsam lösungsorientiert betrachtet werden.
Um diesen Dialog zu ermöglichen, lädt der Verein zu drei öffentlichen Treffen ein. Diese finden am 25. Februar, 25. März und 22. April jeweils um 18 Uhr im Ölberghub an der Sattlerstraße 54 statt. Dort sollen Ideen, Erwartungen und mögliche Konzepte für die Zukunft des Ölbergfestes gesammelt werden. Eine Anmeldung per E-Mail wird erbeten.
Ob und wann das Ölbergfest nach 2026 zurückkehren kann, hängt maßgeblich vom Rückhalt und der aktiven Beteiligung der Anwohner ab. Die kommenden Monate sollen klären, ob sich ein tragfähiges Modell für ein Fest entwickeln lässt, das Vielfalt, Kreativität und das nachbarschaftliche Miteinander in den Mittelpunkt stellt.
Ölbergfest 2026 in Wuppertal entfällt – Veranstalter setzen auf Neuausrichtung
Akashdoley13/CCA