Neuer Standort eröffnet: Helene-Stöcker-Schule startet an der Bartholomäusstraße in Wuppertal

1971markus/CCA



Wuppertal. Nach umfangreicher Sanierung und Modernisierung hat die Helene-Stöcker-Schule ihre neuen Räumlichkeiten an der Bartholomäusstraße 70 bezogen. Seit Mittwoch lernen die Schülerinnen und Schüler der Förderschule in einem vollständig erneuerten Gebäudekomplex, der historische Bausubstanz mit moderner Lernumgebung verbindet.

Dem Einzug ging eine aufwendige Schadstoffsanierung des denkmalgeschützten Altbaus aus dem Jahr 1886 voraus. Neben der vollständigen Entkernung des Gebäudes mussten statische Verstärkungen vorgenommen werden, bei denen unter anderem mehr als sieben Meter lange Stahlträger in den Decken ausgetauscht wurden. Aufgrund der engen Bebauung im Stadtteil Wichlinghausen gestalteten sich die Arbeiten besonders anspruchsvoll.

Das sanierte Hauptgebäude bietet nun sieben Klassenräume im Erd- und ersten Obergeschoss, während im Dachgeschoss die Räume der Schulleitung, der Lehrkräfte und der sozialpädagogischen Fachkraft untergebracht sind. Dort befindet sich auch die Schülerfirma „Nähen und Bügeln“. Der Zugang zur Schule erfolgt künftig über den neu errichteten Erweiterungsbau, der zur Bartholomäusstraße zweigeschossig und zum höher gelegenen Schulhof eingeschossig ausgeführt ist.

Im Erweiterungsbau entstanden der achte Klassenraum, Werk- und Maschinenräume, eine Fahrradwerkstatt sowie die Schülerfirma „Kochen“. Für die Holzwerkstatt wurde im Außenbereich eine separate Arbeitsfläche geschaffen. Der neugestaltete Schulhof verfügt über ein Multifunktionsspielfeld, einen kleinen Garten und Sitzgelegenheiten rund um bestehende Bäume.

Ein Aufzug und barrierefreie Sanitäranlagen sorgen dafür, dass alle Bereiche der Schule zugänglich sind. Der zweite Treppenturm, der den Altbau mit dem Neubau verbindet, dient zugleich als zusätzlicher Rettungsweg und ermöglicht wieder Unterricht in den oberen Etagen.

Ein besonderes Augenmerk lag auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Der Erweiterungsbau erhielt eine Dachbegrünung und wurde nach dem Vorbild des Passivhausstandards errichtet. Die Beheizung erfolgt über eine moderne Luft-Wärmepumpe, während die Sanierung des Altbaus energetisch optimiert wurde. Damit wird der CO₂-Ausstoß deutlich reduziert, verglichen mit einem Neubau.

Trotz erheblicher Herausforderungen während der Bauphase – darunter Lieferengpässe, Preissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges und der Pandemie sowie zwei Wechsel des Hochbau-Planungsbüros – konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Helene-Stöcker-Schule bietet am neuen Standort Platz für rund 150 Jugendliche in den Klassen 8 bis 10 sowie etwa 20 Lehrkräfte. Die Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache verfügt nun über insgesamt rund 2050 Quadratmeter Nutzfläche.

Mit der Wiedereröffnung der Schule erhält der Stadtteil Wichlinghausen nicht nur ein saniertes Baudenkmal, sondern auch einen modernen Bildungsstandort, der langfristig zur Aufwertung des Quartiers beiträgt.

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