Kampf gegen Leerstand: Herausforderungen für den Einzelhandel in Wuppertal

Blick auf den Werth in der Barmer Innenstadt (Foto: Achim Otto)

Die Situation in den Wuppertaler Innenstädten bleibt angespannt: Nach einem durchwachsenen Weihnachtsgeschäft steht der Einzelhandel 2025 erneut vor der Aufgabe, den zunehmenden Leerstand in den Einkaufsstraßen zu bekämpfen.

In den vergangenen Jahren mussten deutschlandweit rund 45.000 Geschäfte dauerhaft schließen. 

Auch Wuppertal blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Besonders die Elberfelder Innenstadt hat erheblich unter der angespannten Lage gelitten, was zahlreiche Geschäftsaufgaben und leerstehende Ladenlokale verdeutlichen. Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer bleibt die Zukunft ihres Betriebs weiterhin unsicher.

„Die Veränderungen in den Innenstädten von Barmen und Elberfeld sind für alle sichtbar. Leerstände nehmen zu, und viele Traditionsgeschäfte sind unwiederbringlich verloren. Jüngstes Beispiel ist die Schließung der Galeria Kaufhof in Elberfeld“, erläutert Ricarda Baltz, Vorsitzende des Gutachterausschusses der Stadt Wuppertal.

Aktuelle Datengrundlage zu Mietpreisen

Bislang fehlten aktuelle und transparente Daten zu den Mietpreisen für Laden-, Büro- und Praxisflächen in Wuppertal. Um dies zu ändern, führte der Gutachterausschuss im Herbst 2023 eine umfassende Erhebung durch, bei der Vermieter und Mieter aus den Innenstädten von Elberfeld und Barmen sowie den Nebenzentren befragt wurden. Von den rund 900 verteilten Fragebögen gingen 840 ausgefüllte Bögen zurück, die eine verlässliche Grundlage für die Bewertung der Mietpreisentwicklung liefern.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Mietpreise in der Elberfelder Innenstadt. Im Bereich der Alten Freiheit fielen die Preise um 10 bis 15 Prozent und bewegen sich nun zwischen 50 und 70 Euro pro Quadratmeter. Noch größere Rückgänge von 30 bis 50 Prozent wurden in den Straßenzügen zwischen Wall, Neumarkt und Von-der-Heydt-Platz verzeichnet.

Im Vergleich dazu veränderte sich das Luisenviertel nur geringfügig. Hier reduzierten sich die Mietpreise seit 2011 lediglich um 5 bis 10 Prozent und liegen aktuell zwischen 9 und 15 Euro pro Quadratmeter.

Barmens Innenstadt ebenfalls betroffen

In der Barmer Innenstadt spiegelt sich ein ähnliches Bild wider: Entlang der Einkaufsstraße Werth gingen die Mietpreise um 25 bis 40 Prozent zurück. Während die Durchschnittsmiete am Alten Markt bei etwa 40 Euro pro Quadratmeter liegt, sinkt sie im östlichen Bereich nahe der Werther Brücke auf rund 15 Euro pro Quadratmeter.

Leerstände belasten das Stadtbild

Besondere Aufmerksamkeit erregen die Leerstände im sogenannten „Elberfelder Rathaus“. Dort stehen seit geraumer Zeit mehrere Ladenflächen ungenutzt. Bereits 2020 schloss das Restaurant „Maredo“ dauerhaft seine Türen. Für die Stadtentwicklung wäre es von großer Bedeutung, diese Flächen schnell einer neuen Nutzung zuzuführen, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten.

Die CDU-Fraktion im Betriebsausschuss Gebäudemanagement hat deshalb eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Sie möchte unter anderem wissen, welche Maßnahmen bislang ergriffen wurden, um die Flächen zu vermieten, welche Mietpreise aufgerufen werden und wann mit einer Wiedervermietung zu rechnen ist.

„Leerstand wirkt sich erheblich negativ auf die Attraktivität der Elberfelder Innenstadt aus – sowohl für Touristen als auch für die Bürgerinnen und Bürger. Es ist daher im Interesse der Stadtverwaltung, aktiv gegen die Leerstände vorzugehen“, betont Janine Weegmann, Sprecherin der CDU-Fraktion im Betriebsausschuss. Sie fordert zudem, dass hochwertige Vermietungen und eine stärkere gastronomische Nutzung der Ladenlokale geprüft werden. „Eine lebendige Innenstadt hängt maßgeblich davon ab, dass prominente Lagen angemessen genutzt werden.“

Mietrichtwerte als Grundlage für Planung

Die Mietrichtwerte, die der Gutachterausschuss regelmäßig veröffentlicht, dienen sowohl Mietern als auch Vermietern als Entscheidungshilfe bei Vertragsabschlüssen. Gleichzeitig stellen sie eine wichtige Grundlage für Verkehrswert- und Mietgutachten sowie die städtische Grundstückswirtschaft dar.

Mit der aktuellen Erhebung liegt nun erstmals seit Jahren eine präzise Datengrundlage vor, die es erlaubt, gezielte Maßnahmen zur Belebung der Innenstädte und Nebenzentren in Wuppertal zu entwickeln.

Das könnte Dich auch interessieren

Stadt stellt Pläne zur Neugestaltung des Deweerth’schen Gartens vor

Protestaktion: Zahlreiche Apotheken in Wuppertal bleiben geschlossen

Unfall mit Mietwagen in Wuppertal: Fahrer flüchtet nach Kollision