Gefährdeter Ahorn in den Barmer Anlagen: Zugtest soll Standfestigkeit prüfen

-wuppertaler/CCA



Wuppertal – In den unteren Barmer Anlagen sorgt ein stark geneigter Ahornbaum derzeit für Sicherheitsmaßnahmen. Ein großflächig aufgestellter Schutzzaun versperrt Spaziergängern aktuell die Passage auf einem der Wege, um mögliche Gefahren durch einen Sturz des Baumes zu verhindern.

Der betroffene Baum zeigt eine zunehmende Neigung, die seine Stabilität infrage stellt. Verantwortlich für die Maßnahmen ist der Barmer Verschönerungsverein, der aufgrund seiner Verkehrssicherungspflicht den Gefahrenbereich bereits vor zwei Wochen vorsorglich abgesperrt hat. Der Verein vermutet, dass kürzliche Wetterbedingungen, insbesondere nasser Schnee, die Neigung des rund 160 Jahre alten Ahorns zusätzlich verschärft haben könnten.

Ein unabhängiger Baumsachverständiger wird nun einen sogenannten Zugtest durchführen. Dieser Test simuliert die Krafteinwirkung auf den Baum, um zu prüfen, ob die Standfestigkeit noch gegeben ist. Sollte der Baum den Belastungen nicht standhalten, wird eine Fällung unumgänglich sein.

Folgen für benachbarte Bäume und Maßnahmen zur Erhaltung

Die Fällung des alten Ahorns hätte auch Auswirkungen auf benachbarte Bäume. Die Wurzelsysteme sind teilweise miteinander verflochten, sodass der Verlust eines Baumes zu einer Schwächung des verbleibenden Baumes führen könnte. In einem solchen Fall wäre ein Rückschnitt notwendig, um die Stabilität zu gewährleisten. Der Verschönerungsverein plant, im Falle einer Fällung an gleicher Stelle einen neuen Ahorn zu pflanzen, um das historische Erscheinungsbild des Parks zu erhalten.

Sanierung des Ringelteichs und weitere Projekte

Neben den Maßnahmen rund um den Ahorn sind weitere Arbeiten in den Barmer Anlagen geplant. Die Entschlammung und Sanierung des Ringelteichs soll – abhängig von der Witterung – im August oder September beginnen. Für die aufwendigen Arbeiten, bei denen der Teich ausgebaggert und Ab- sowie Zuläufe erneuert werden, stehen 95.000 Euro von der NRW-Stiftung zur Verfügung. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Auch die Restaurierung des schmiedeeisernen Zauns nach historischem Vorbild gehört zu den langfristigen Projekten des Vereins. Darüber hinaus wird derzeit nach einer Lösung für die Skulptur Knabe mit Taube gesucht. Die ursprüngliche Bronzefigur wurde nach mehrfachen Zerstörungen eingelagert, und auch ein 3D-Nachdruck fiel bereits zweimal Vandalismus zum Opfer. Nun wird geprüft, ob eine Version aus Beton widerstandsfähiger wäre.

Naturschutz im Spannungsfeld des Klimawandels

Die Erhaltung des ursprünglichen Zustands der Barmer Anlagen bleibt das zentrale Ziel des Vereins. Dennoch erfordert der Klimawandel gelegentlich Anpassungen. So wurden beispielsweise nach dem Absterben mehrerer Rosskastanien widerstandsfähigere gelbblühende Kastanien als Ersatz gepflanzt.

Die Situation um den Ahorn verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich der Verein bei der Pflege der historischen Parkanlage immer wieder stellen muss – ein Balanceakt zwischen Erhalt, Sicherheit und den Einflüssen sich verändernder Umweltbedingungen.

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