Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze besuchte auf Einladung des Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh das Fair-Trade-Unternehmen GEPA in Wuppertal-Vohwinkel. Der Besuch unterstrich die zentrale Bedeutung des Fairen Handels im Kampf gegen weltweite Armut und für globale Klimagerechtigkeit – ein Anliegen, das Schulze seit vielen Jahren politisch vorantreibt.
GEPA: Ein halbes Jahrhundert für Fairness und Gerechtigkeit
Peter Schaumberger, Geschäftsführer der GEPA, sowie Andrea Fütterer, Leiterin der Abteilung Grundsatz und Politik, führten die Ministerin durch die Geschichte und Arbeit des Unternehmens. GEPA, gegründet 1975, gilt als Vorreiterin des Fairen Handels in Deutschland und feiert am 14. Mai 2025 ihr 50-jähriges Bestehen.
„Wir sind überzeugt, dass eine gerechtere Welt möglich ist“, erklärte Schaumberger. „Die Wirkung des Fairen Handels erleben wir seit fast fünf Jahrzehnten. Ein halbes Jahrhundert Fairness hat gezeigt, dass gerechte Strukturen machbar sind.“
Svenja Schulze lobte die GEPA als leuchtendes Beispiel für erfolgreiches Engagement: „Faire Lieferketten sind enorm wichtig. Das mit den Landwirten vor Ort zu organisieren und eine faire Bezahlung sicherzustellen, hat die GEPA über Jahrzehnte hinweg erfolgreich umgesetzt. Ohne dieses Engagement gäbe es in Deutschland vermutlich kein Lieferkettengesetz – geschweige denn auf europäischer Ebene.“
Schulze, die seit 2021 als Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig ist, hat sich insbesondere der Förderung globaler Gerechtigkeit verschrieben. Ihre politische Laufbahn, die sie von der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen bis in die Bundesregierung führte, ist geprägt von ihrem Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz sowie soziale Verantwortung.
Fairer Handel und Klimagerechtigkeit
Andrea Fütterer betonte, dass der Faire Handel besonders den kleinbäuerlichen Organisationen im Globalen Süden zugutekommt, die am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. „Mit 500.000 Euro für Klimaprojekte haben wir in den letzten Jahren unsere Partner unterstützt“, erklärte sie. Gleichzeitig appellierte sie an die Politik, eine gerechte Klimafinanzierung zu stärken: „Gerade kleinbäuerliche Betriebe benötigen dringend Unterstützung, um den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen.“
Helge Lindh hob hervor, dass der Faire Handel über wirtschaftliche Aspekte hinaus auch soziale und demokratische Werte fördert: „In einem Schluck Kaffee stecken alle großen Fragen: Was sind faire und gerechte Handelsbeziehungen? Wie fördern wir Demokratie und Bildung? Die Arbeit der GEPA gibt Antworten darauf und bringt diese Themen auf den Punkt.“
Fairer Handel als Grundlage für Veränderung
Die Bundesministerin machte deutlich, dass der Fair-Handels-Ansatz nicht nur Armut bekämpft, sondern auch die Einhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Umwelt fördert. „Die GEPA hat bewiesen, dass langfristige Partnerschaften und nachhaltiges Handeln die Lebensbedingungen der Produzenten verbessern können. Solche Initiativen sind essenziell, um globale Ungerechtigkeiten abzubauen“, betonte Schulze.
GEPA setzt mit ihrem „fair+“-Konzept Maßstäbe im Fairen Handel. Über die gängigen Standards hinaus fördert sie ihre Produzenten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch durch soziale und ökologische Maßnahmen. Als eine der wenigen Organisationen in Deutschland ist sie nach den strengen Kriterien der World Fair Trade Organization (WFTO) geprüft und zertifiziert.
50 Jahre GEPA: Eine Erfolgsgeschichte
Anlässlich des bevorstehenden Jubiläums würdigte die Ministerin das Engagement der GEPA: „Was die GEPA in den letzten 50 Jahren erreicht hat, ist beeindruckend. Sie hat nicht nur das Bewusstsein der Konsumenten geschärft, sondern auch konkrete Verbesserungen für Produzenten im Globalen Süden geschaffen.“
Svenja Schulze, die sich bereits in ihrer Zeit als Bundesumweltministerin für Klimagerechtigkeit und nachhaltiges Handeln eingesetzt hatte, sieht den Fairen Handel als wichtigen Baustein einer gerechteren Weltordnung: „Eine gerechtere Welt ist möglich – und die GEPA beweist es seit Jahrzehnten.“
Der Besuch in Wuppertal zeigte deutlich, wie sehr die Arbeit der GEPA und das Engagement der Bundesregierung Hand in Hand gehen. Schulze betonte, dass solche Vorbilder dabei helfen, globale Herausforderungen wie Klimawandel und Armut nachhaltig anzugehen und Veränderungen anzustoßen.