Barmer Innenstadt im Fokus: CDU initiiert Runden Tisch zur Stärkung des Einzelhandels

Banffy/CCA



Wuppertal – Angesichts wachsender Herausforderungen für den innerstädtischen Einzelhandel hat die CDU Wuppertal nun auch für die Barmer Innenstadt einen „Runden Tisch Einzelhandel“ ins Leben gerufen. Das Format, das zuvor bereits dreimal in Elberfeld umgesetzt wurde, soll als Plattform für den Austausch zwischen Stadt, Wirtschaftsförderung und Gewerbetreibenden dienen – mit dem Ziel, tragfähige Konzepte für eine zukunftsfähige Innenstadt zu entwickeln.

Zentrales Anliegen der Veranstaltung war die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der Barmer City. Der anhaltende Kaufkraftverlust, der zunehmende Onlinehandel sowie der Standortwettbewerb mit benachbarten Kommunen stellen die lokalen Einzelhändler vor große Herausforderungen. Aus Sicht der CDU fehle es der Stadtverwaltung bislang an klaren Ideen und entschlossenem Handeln zur Bewältigung dieser Situation.

Ein zentraler Impuls kam von Dominic Becker, dem neuen City-Manager der Stadt, der bei der Wirtschaftsförderung angestellt ist. Er betonte die Bedeutung der Koordination zwischen den Akteuren in den verschiedenen Stadtzentren und wies auf einen eklatanten Rückstand Wuppertals bei der Genehmigung verkaufsoffener Sonntage hin – ein Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Städten in Nordrhein-Westfalen.

Positiv hervorgehoben wurde die gut funktionierende Selbstorganisation von Immobilieneigentümern und Gewerbetreibenden in Barmen, insbesondere unter dem Dach der Standortgemeinschaft ISG Barmen-Werth. Diese Struktur bilde eine stabile Grundlage für gemeinsame Initiativen und Investitionen.

Ein konkreter Ausblick betrifft den Werth, die zentrale Einkaufsstraße in Barmen: Anfang Juni soll dort mit umfangreichen Bauarbeiten zur Neupflasterung begonnen werden. Ziel ist eine optisch und funktional verbesserte Fußgängerzone – ohne die negativen Begleiterscheinungen früherer Baustellenprojekte, etwa in Elberfeld.

Die Bedeutung attraktiver Innenstädte für das Image der gesamten Stadt wurde mehrfach betont. In Barmen sei die Situation weiterhin angespannt, was unter anderem auf die eingeschränkte Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto sowie auf bürokratische Hürden bei der Umnutzung von Gewerbeimmobilien zurückzuführen sei. Kritisiert wurde unter anderem, dass bereits Schaufensterbeklebungen über einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig seien. Eine investorenfreundliche Willkommenskultur lasse vielerorts zu wünschen übrig.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen zudem sogenannte Schlüsselimmobilien – also leerstehende oder untergenutzte Gebäude mit hohem städtebaulichen Potenzial. Insbesondere das ehemalige Kaufhof-Gebäude wurde als möglicher Standort für Bildungsangebote ins Spiel gebracht. Auch der Rückbau des Heubruch-Flügels des Barmer Rathauses wurde thematisiert, hier könnten künftig eine Kindertagesstätte sowie kostengünstiger Wohnraum im Zentrum entstehen. Ebenso rückt der lange ungenutzte Concordia-Komplex erneut in den Fokus für eine mögliche Neuentwicklung.

Ein weiterer struktureller Engpass liegt laut Wirtschaftsförderung im Mangel an größeren Einzelhandelsflächen über 300 Quadratmetern. Hier bestehe Nachfrage, die jedoch häufig nicht bedient werden könne. Kleinere Ladenlokale hingegen seien aktuell weniger gefragt – ein Trend, der sowohl in Barmen als auch in Elberfeld zu beobachten sei.

Trotz aller Herausforderungen verlief die Veranstaltung in sachlicher und konstruktiver Atmosphäre. Das Format des „Runden Tisches“ soll fortgesetzt werden, um gemeinsam mit allen relevanten Akteuren tragfähige Zukunftskonzepte für die Barmer Innenstadt zu entwickeln. Der stationäre Einzelhandel bleibt – trotz zunehmender Multifunktionalität urbaner Zentren – ein zentraler Baustein für lebenswerte Innenstädte.

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